"Wir sind stolz, ein 100 %-iger Bürgerwindpark zu sein"

Seit der ersten Stunde engagiert sich Thomas Jessen für den Bürgerwindpark im Kirchspiel Medelby. Als Geschäftsführer war er maßgeblich für den Erfolg von Medelby I verantwortlich, aktuell treibt er den zweiten Abschnitte Medelby II voran.

Redaktion: Herr Jessen, was ist das Ziel von Medelby II?

Thomas Jessen: Am ersten Projekt haben sich rund 500 Familien aus unserer Gemeinde beteiligt und profitieren heute von ihrem Engagement. Mit Medelby II wollen wir jetzt an diese Erfolge anknüpfen. Einige Interessenten konnten auch nicht in Medelby I investieren, beispielsweise weil sie 2010 noch nicht volljährig waren oder weil sie erst vor kurzem hierhergezogen sind. Insgesamt werden wir 15 Windkraftanlagen in unterschiedlichen Einzelvorhaben und Bauabschnitten errichten.

Redaktion: Welche Vorteile ergeben sich aus Medelby II für die Menschen in der Region?

Jessen: Zunächst ist es wichtig, festzuhalten, dass Medelby II ein 100 %-iger Bürgerwindpark ist – das ist uns wichtig und darauf sind wir stolz. Viele Projekte, selbst hier im Norden, schreiben sich „Bürgerbeteiligung“ auf die Fahnen. Doch statt die Einnahmen gleichmäßig auf alle zu verteilen, teilen sich wenige den Großteil des Geldes. Bei uns ist das anders, denn alle Kommanditisten sind gleichberechtigt – keiner wird bessergestellt, als der andere. Zudem ist es natürlich so, dass unsere Kommanditisten mit Hilfe des Projektes Geld verdienen. Ihnen bieten sich zwei Vorteile: Sie leisten einen Beitrag zur nachhaltigen Energieversorgung der Zukunft und sie erhalten eine attraktive Ausschüttung.

Generell ist es aber auch so, dass durch solche Beteiligungsmodelle die Akzeptanz für Windenergie gesteigert wird. Mein Schwiegervater war 30 Jahre lang Bürgermeister in Achtrup. Er sagte immer: „Wenn man beim Frühstück auf eine Windkraftanlage blickt und weiß, welche Vorteile sie einem persönlich bietet – dann sieht man sie positiv.“ Genauso ist es mit unseren Kommanditisten.

Der Widerstand gegen Windkraftanlagen im Norden rührt meiner Meinung nach daher, dass einige den Hals nicht vollbekamen. Sie haben Windparks umgesetzt, ohne die breite Masse mitzunehmen. Bei uns in Medelby hingegen profitieren alle Anleger im gleichen Maße – und somit ist die Akzeptanz natürlich höher.

Redaktion: Warum sollte man Kommanditist werden?

Jessen: Weil es sich gleich mehrfach auszahlt. Zum einen wird das eingesetzte Kapital sehr gut verzinst, die Rendite ist äußerst attraktiv. Zum anderen investieren unsere Kommanditisten in ein Projekt mit erneuerbaren Energien und reduzieren so ihren ganz persönlichen CO2-Abdruck.

Redaktion: In welcher Form profitieren die regionale Wirtschaft und die Gemeinde vom Bürgerwindpark?

Jessen: Ein entscheidender Aspekt an unserem Bürgerwindpark ist, dass die Steuern zu 100 % im Kirchspiel Medelby verbleiben. Allein für Medelby I bezahlt der Bürgerwindpark rund 1,6 Mio. € Gewerbesteuer. Damit stärken wir unsere Gemeinde nachhaltig. Während der Planungs- und Bauphase vertrauen wir auf die Erfahrung von lokalen Anbietern und unterstützen so die lokale Wirtschaft. Und man darf auch nicht vergessen, dass durch die Ausschüttungen die Kaufkraft unserer Kommanditisten erhöht wird.

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